\"Kleines Wortfest\" mit Frauenpower

Angela Krauß, Ekaterina Derzhavina und Nina Hoger

Nina Hoger
Nina Hoger
Ein besonderer Beitrag zur Lippstädter Kultur waren die inzwischen dreizehn "Wortfestivals" mit ihrer großen Zahl führender deutscher und ausländischer Repräsentanten aus Literatur, Musik, Wissenschaft und Bildender Kunst. Diese Veranstaltungen finden im Zweijahresturnus statt.

Auf Anregung des Publikums wurde seit einigen Jahren in die Zwischenräume ein "Kleines Wortfest - Erinnerung" gelegt. Das wird in diesem Jahr in der Zeit vom 21. - 28. September 2018 mit renommierten "Erinnerungsträgerinnen" fortgesetzt.

 

Den Auftakt macht am 21. September die Schriftstellerin Angela Krauß, zu deren zahlreichen Auszeichnungen vom Ingeborg-Bachmann-Preis bis zum Berliner Literaturpreis auch der Thomas-Valentin-Literaturpreis 2001 der Stadt Lippstadt gehört. Der Germanist Prof. Dr. Hartmut Steinecke, der in der preisverleihenden Jury den Vorsitz hatte, schrieb, „ihre Sprache ist von wacher Präzision, von stillem Fluss, ggt. von poetischer Schönheit. Bei aller Verknappung und Lakonik bleibt Angela Krauß' Erzählen dabei spielerisch und gewinnt mit den Jahren eine geradezu beschwingte Leichtigkeit und Grazie." Davon konnten sich die Besucher der Preisverleihung begeistert überzeugen. Angela Krauß liest am Freitag, den 21. September um 19.30 Uhr in der Jakobikirche aus neuen Werken.

Die inzwischen 13 Wortfestivals konnten im Pianobereich immer mit ungewöhnlich fesselnden musikalischen Ereignissen aufwarten. Der legendäre Pianist Ivan Moravec der in New York wie Amsterdam die Konzertsäle füllte, erfreute sich gar dreimal eines begeisterten Publikums und einer menschlich herzlichen Aufnahme in Lippstadt. Unvergessen sind auch die Klavierabende mit Bernd Glemser (einmal dabei mit dem "Vorleser der Nation" Gert Westphal) und dem einfühlsamen Mozart-Spezialisten Daniel-Ben Pienaar. Besonders in Erinnerung aber ist die Moskauer Pianistin Ekaterina Derzhavina. Sie unterrichtet am Tschaikowsky-Konservatorium, ist mehrfache Preisträgerin internationaler Klavierwettbewerbe. Weltweit erteilt sie Meisterkurse neben einer Konzerttätigkeit, die sich von Rußland aus, über die USA und Japan und weitere große Nationen erstreckt. Höchste Anerkennung hat ihr die Gesamtaufnahme der Sonaten von Joseph Haydn erbracht, Rundfunkanstalten greifen ebenso darauf zurück wie auf ihre wunderbare Mozartinterpretation. Beide Komponisten stehen auf dem Programm am Sonntag, den 23. September in der Jakobikirche. Dazu kommen Werke von Nicolai Medtner und Alexander Scriabin, deren Interpretationen wegen ihrer kraftvollen Sensibilität überall hohe Anerkennung gefunden haben.

Nina Hoger steht am Abschluss der kleinen Erinnerungsreihe am Freitag, den 28. September. Die Erinnerung an diese Schauspielerin mit ihrer Ausstrahlung und ihrer interpretierenden Kunstfertigkeit ist nach dem letzten „Wortfestival bleibend. Sie wird das mit einer Lesung bestätigen, die ein besonderes literarisches Werk aufnimmt. "Baba Dunjas letzte Liebe" ist ein Roman der in Rußland geborenen Autorin Alina Bronsky, der zu Recht in letzter Zeit große Beachtung gefunden hat. Seine kraftvolle Poesie hat mit Nina Hoger eine glänzende Interpretin gefunden, die der unbeugsamen, mutig kraftvollen Tschernobyl-Heimkehrerin Witz und Verschmitztheit schenkt. Freuen darf man sich auch darüber, dass der geschätzte Akkordeonist Andreas Hermeyer bei der Lesung mit Nina Hoger einen musikalisch und emotional erfüllten Beitrag leistet.

Freitag, 21.9.2018, Angela Krauß

Preise: 12,- € / ermäßigt: 6,- €

Sonntag, 23.9.2018, Ekaterina Derszavina

Preise:  16,- € / ermäßigt: 8,- €

Freitag, 28.9.2018, Nina Hoger

Preise: 16,- € / ermäßigt: 8,- €

jeweils 19.30 Uhr Jakobikirche Lippstadt

Veranstalter: Kunst- und Vortragsring Lippstadt

Kartenverkauf: Kulturinformation Lippstadt im Rathaus, Lange Str. 14, 59555 Lippstadt, Tel. (0 29 41) 5 85 11, post@kulturinfo-lippstadt.de; Mo - Fr 10 - 18 Uhr, Sa 10 - 14 Uhr